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Verena Schaupp :: Blog :: Mein ungeplanter Versuch, 30 Stunden offline zu sein

December 30, 2008

Ich mag es selbst kaum glauben, aber von Sonntag auf Montag war ich tatsächlich nicht ein einziges Mal online.

Zunächst eine kleine Anekdote: „Mein Tag dauerte bis jetzt 15 Stunden und davon war ich nur drei Stunden nicht online“, sagte ich zu meiner Mutter an meinem 14. oder 15. Tag an der FH.  Sie schüttelte bloß den Kopf. Sie verstand mich nicht.

Natürlich war ich früher auch oft online, aber ein paar Stunden ohne Internetzugang bedeuteten nicht den Weltuntergang für mich. Mittlerweile fehlt mir etwas, wenn ich meinen Laptop (plus Internetzugang!) nicht dabeihabe. Ich möchte stets auf dem Laufenden sein, die neuesten Nachrichten lesen, mit anderen Usern kommunizieren, kurz: „on“ „line“ sein !

Seit über einer Woche sind jetzt Weihnachtsferien. Ferien, das heißt vor allem mal zu entspannen, nichts tun. Tat ich das? Nein. Zwischen dem letzten Tag  an der FH vor der vorlesungsfreien Zeit (20.12.) und dem 24.12. war ich quasi ununterbrochen online. Wenn jemand versucht hatte, mich zu erreichen, gelang dies entweder via twitter, msn, skype, studivz, facebook...

Am 24.12. zu Mittag entschloss ich mich dann, meinen Laptop auszuschalten und ein gesegnetes und ruhiges Weihnachtsfest zu verbringen.

Pünktlich um 10.00 Uhr früh am 26.12. trafen meine Verwandten aus Kanada, Toronto ein. Ab sofort kommunizierte ich wieder vorrangig face-to-face und der Computer als Kommunikationsmittel und das Web als Beziehungsplattform rückten in den Hintergrund.

So kam es dazu, dass ich von Sonntag (28.12.) auf Montag(29.12.) etwa 30 Stunden offline war.

Man könnte es einen Versuch nennen, einen ungeplanten jedoch. Fragen wie „Kann ich es mir als angehende Journalistin überhaupt leisten, offline zu sein und somit nicht sofort über aktuelle Themen im In- wie im Ausland Bescheid zu wissen?“ schossen mir durch den Kopf. Können? Ja!

Wie Norbert Bolz in seinem Buch „Das ABC der Medien“ schreibt: „Selektion ist ein geregelter Informationsverlust. Kein Mensch und kein System könnte unter dem Trommelfeuer der Daten und Optionen exisitieren. Es geht nicht ohne Reizschutz bzw. Ignoranz.“

Mir war in den 30 Stunden, in denen ich offline war, klar, dass ich Informationen ignoriere. Doch immer online zu sein und jedwede neue Information aus dem Web aufzunehmen, würde das menschliche System schlicht überfordern.

So plaudere ich mit meinen Verwandten (und zwar nicht via Chat), genieße die Ferien und entspanne.

In diesem Sinne wünsche ich jenen, die der Berufsalltag nicht schon zurück hat, noch angenehme und entspannte Ferien und probiert einfach mal offline zu sein!

Stichwörter: journalismus, offline, online

veröffentlicht von Verena Schaupp

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Kommentare

  1. Gratuliere! Wenn du dich bemühst, kannst du der Sucht entkommen ;)

    Jan Hestmann on Tuesday, 30 December 2008, 20:53 CET # |

  2. ich hätts selbst kaum für möglich gehalten, aber ich war zwischen 26. am abend und 29. am abend ebenfalls nur einmal kurz für 5 min (myspace & studi checken) online... hab in der zeit kein zeitung, TV oder radio konsumiert Oo aber mir ging irgendwie nix ab...

    als ich den kurier dann am 30. wieder durchgelesen hab, is mir erst aufgefallen, was in 3 tagen eigentlich alles passieren kann (bsp: diese sache mit israel) das is zwar schon eine zeitlang am köcheln, was ich aber nicht wusste ist wie drastisch sich die lage verändert hat... zum schlechteren für die opfer =/

    Kevin Griebaum on Tuesday, 30 December 2008, 22:45 CET # |

  3. gratulation.

    das hab' ich in der vorlesungsfreien zeit bis jetzt noch nicht geschafft. ich muss wohl wieder einmal nach brasilien fliegen, um der informationsflut für eine gewisse zeit zu entfliehen..

    Georg Partoloth on Thursday, 01 January 2009, 21:19 CET # |

 

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